Pleuraerguss

Unter Pleuraerguss versteht man eine übermäßige Ansammlung an Flüßigkeit. Die übermäßige Flüßigkeitsansammlung erfolgt in der Pleurahöhle, einem schmalen Spalt zwischen den Pleurablättern.
Demnach befindet sich die angesammelte Flüßigkeit im Brustkorb zwischen der Lunge und den Rippen, genauer gesagt zwischen dem Lungenfell (Pleura visceralis) und dem Rippenfell (Pleura parietalis). Demnach ist die Lunge von der Flüßigkeit umgeben. Umgangsprachlich wird dieser Zustand als „Wasser in der Lunge“ bezeichnet. Dieses Krankheitsbild bezieht sich oft auf das Lungenödem im Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz.
Selbst beim gesunden Menschen sind die Pleurahöhlen mit etwa 5ml Flüßigkeit gefüllt, welche als Gleitschicht den Lungen beim Atmen Bewegungsfreiheit verschafft.

Ursachen des Pleuraergusses

Ein Pleuraerguss sollte stets abgeklärt werden. Ursachen können sein:

  • Maligne Neoplasien (v.a. Bronchialkarzinom, metastasierendes Mammakarzinom,  PleuraergussOvarialkarzinom, Pleuramesotheliom)
  • Rechtsherzinsuffizienz
  • Subphrenischer Abszess
  • Pneumonie und Pleuritis (parapneumonischer Erguss)
  • Hypoalbuminämie bzw. Hypoproteinämie (z.B. bei Leberzirrhose oder nephrotischem Syndrom)
  • akute Pankreatitis
  • generalisierte Entzündung seröser Häute (zusammen mit Perikarditis, Peritonitis)
  • Tuberkulose
  • Urämie
  • Rheumatische Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, SLE
  • Iatrogen nach Pleurapunktion bzw. -drainage

Besondere Formen des Pleuraergusses sind:

Hämatothorax
Chylothorax
Pseudochylothorax

Symptome eines Pleuraergusses

Entwickelt sich der Pleuraerguss schnell, führt dies rege´lmäßig zu einer Dyspnoe.
Entwickelt sich der Pleuraerguss langsam, kann die Dyspoe erst spät auftreten, da bereits große Mengen an Flüßigkeit in dem Pleuraspalt ausgetreten sind.
Im Rahmen der Perkussion (bei einer körperlichen Untersuchung) kann eine basal betonte Klopfschalldämpfung bestehen. Bei der Auskultation betroffener Areale besteht ein abgeschwächtes Atemgeräusch.

transsudativer Pleuraerguss oder exsudativer Pleuraerguss

Der Unterschied zwischen transsudativer Pleuraerguss und exsudativer Pleuraerguss besteht, in der Menge an Eiweiß, welche in der Flüßigkeitsansammlung erhalten ist.

Transsudativer Pleuraerguss: Bei einem transsudativem Pleuraerguss enthält die Flüssigkeitsansammlung nur wenig Eiweiß. Diese Flüssigkeit bezeichnet man als Transsudat. Dazu kommt es, wenn das Gleichgewicht zwischen der Bildung und der Aufnahme der Pleuraflüssigkeit durch das Brustfell, gestört ist. Das Brustfell selbst ist jedoch nicht erkrankt und auch nicht geschädigt.

Exsudativer Pleuraerguss:
Bei einem exsudativem Pleuraerguss, enthält die Flüssigkeitsansammlung viel Eiweiß, welche man als Exsudat bezeichnet. Aufgrund des höheren Eiweißgehaltes, ist das Exsudat schwerer als Transsudat.
Exsudate entstehen durch Tumore oder Entzündungen. Dies behindert den Lymphabfluss aus dem Pleuraraum und erhöht die Durchlässigkeit des Brustfells.